Corinaldo-Historische Tour

Ein Rundgang durch den Weiler, zur Entdeckung der Stadtmauer und all ihrer Verteidigungsbauwerke, der mittelalterlichen Geschichte von Corinaldo sowie schließlich der Burgen und Festungen im Territorium der Marken.

1)Torre dello sperone

Das Symbol der Stadt Corinaldo ist ein mächtiger, fünfeckiger und ca. 18 m hoher Turm, der höchste des gesamten Komplexes. Er wurde zur Verteidigung des Burghofes errichtet, der sich an der Stelle befand, an der heute die Chiesa del Suffragio steht. Im Inneren befindet sich der Friedhof für die Opfer der beiden Weltkriege. Östlich des Torre dello Sperone weist die Stadtmauer einen Einschnitt auf, der Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde, um eine Einfahrt für die ersten Motorfahrzeuge zu schaffen.

2)Porta San Giovanni

Es handelt sich um einen gewaltigen Komplex, bestehend aus einem Bogen für den Zugang zur Stadt sowie Gebäuden, die als Wohnung des Bargello (Volkskapitän) sowie der Wachen dienten. Viele Verteidigungselemente sind nahezu unverändert erhalten geblieben, darunter die so genannte “Bianchetta”, die kleine Tür links neben dem Bogen, die nachts oder während einer Belagerung den Zugang zur Stadt gestattete. Außerdem sind noch die Sitze der Balken sichtbar, die zur Zugbrücke gehörten, die Angeln der Tore sowie die Vertiefungen, in die die Balken eingelegt wurden, um das Tor zu verriegeln. An der linken Wand des Eingangs befindet sich in einer Nische mit einer Schießscharte ein Bild der Madonna aus Pappmaschee aus dem 18.Jahrhundert, das vom Volk besonders verehrt wird. In der Öffnung zum Zentrum hin ist nach dem Spitzbogen ein Schlitz sichtbar, durch den ein Schieber aus Eisen verlief, die letzte Verteidigung gegen Belagerer. Vom Bargello-Brunnen aus gelangt man zur Terrasse über dem Bogen, von wo aus man sowohl in Richtung Stadt, als auch hinaus auf das Land einen guten Blick hat. Auch hier sind Elemente wie Schießscharten, Kragsteine, Pechnasen und Zinnen vorhanden, die für die Militärarchitektur des 14. und 15. Jahrhunderts typisch sind. Über den Wachgang gelangt man links durch die Via dello Scorticatore zum gleichnamigen Turm.

3)Torre dello scorticatore

Dieser Turm diente zur Verteidigung der Porta S. Giovanni sowie vor allem der Porta S. Maria del Mercato durch Bogenschützen. Von oben ist das darunter befindliche Sferisterio gut sichtbar, das heißt das Feld für das Spiel mit Ball und Armschiene, das in Corinaldo seit dem 19. Jahrhundert bis in die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg viel gespielt wurde. Über die steile kleine Straße gelangt man zu einem Gang, von dem aus die Stadtmauern von Corinaldo, die hier eine Höhe von 15 m erreichen, in ihrer gesamten Stattlichkeit betrachten kann. Ein wenig weiter kommt man zur niedrigsten Stelle der Stadtmauer, die von der Porta S. Maria del Mercato überragt wird.

4)Porta Santa Maria del Mercato

Verteidigungskomplex, bestehend aus zwei Baukörpern, die in zwei aufeinander folgenden Epochen errichtet wurden: ein Spitzbogen aus dem 14. Jahrhundert, durch den man zur Treppe der Via Piaggia gelangt, mit Inschriften, die das Baujahr angeben, sowie eine polygonale Bastion mit einem weiteren Zugang, mit rechten Winkel zum vorherigen und hinzugefügt im 15. Jahrhundert. An diesem zweiten Tor sind noch einige Überreste der Zugbrücke zu sehen. Die Bastion, die zur Verteidigung des ältesten Tors errichtet wurde, weist einen Innenhof auf, der eine Verteidigung gestattete, auch wenn der erste Bogen überwunden wurde. Oben am Bogen befindet sich eine Nische mit einem Bild der hl. Anna, der Schutzheiligen der Stadt Corinaldo. Der Bogen aus dem 15. Jahrhundert wurde nach Ende der Belagerungszeiten als Fundament für ein Spielhaus für die Adligen von Corinaldo genutzt und im Aussehen verschönert. Auf der linken Seite der großen Treppe des Wachgang befindet sich der Mittagsturm oder Torre del Mangano.

5)Torre del Mangano

Der Name des Turms und der gleichnamigen Straße kommt von einem Werkzeug, das zum pressen von Stoffen verwendet wurde und das sich bis 1940 hier befand. Über die Straße gelang man zum Torre del Calcinaro.

6)Torre del Calcinaro

Dieser Turm war ursprünglich fünfeckig und versehen mit einem großen Kragen, der die Straße darunter gefährlich überragte; gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde er abgerissen und in der heutigen Form wiederaufgebaut, um ihn an den Torre della Rotonda und den Torre Porta Nuova anzupassen. Ein wenig weiter gelangt man zum Torre della Rotonda.

7)Torre della Rotonda

Der Torre della Rotonda mit halbkreisförmigem Grundriss ist eine Hinzufügung aus der Zeit der Renaissance, die 1484 begonnen und 1490 abgeschlossen wurde. Wenn man sich von der Terrasse nach Süden wendet, ist der Ansatz der beiden Mauerteile sichtbar. Durch ein Gitter in der Mitte der Terrasse ist Schießraum mit Kuppel sichtbar. Weiter über den Wachgang gelangt man zu einer Straße mit einer reihe von Brücken zur Stadtmauer, der Via dei Landroni.

8)Die Zugänge

Dabei handelt es sich um einen überdachten Korridor, der sich aus der höher gelegenen Position der Adelshäuser aus dem 18. Jahrhundert an der Via del Corso ergibt. Dieser Weg ist sehr eindrucksvoll und führt zum dritten Eingang der Altstadt, der Porta Nova.

9)Porta Nova

Ist in zeitlicher Reihenfolge der letzte Zugang zur Burg von Corinaldo; er wurde in der Zeit der Renaissance ausgeführt. Im Hauptturm befindet sich ein Schießraum mit Kuppel; über die Treppe links von der Hauptöffnung kann man auf den Turm steigen. Der Zugangsbogen wurde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts erneut verbreitert, um eine Einfahrt für die ersten öffentlichen Verkehrsmittel zu schaffen. Durch die Porta Nova nach rechts gelangt man zum letzten Abschnitt der Mauer, der Viale dietro le Monache, eine eindrucksvolle Straße, in der verschiedene Türme in die Häuser aus dem 18. Jahrhundert integriert sind, die auch Schießscharten und Spuren von Zinnenkränzen aufweisen. Den Abschluss findet die Ringmauer an der Piazza della Fontana, unterhalb des ehemaligen Konvents der Benediktinerinnen.

Historische Veranstaltung Streit um den Polentabrunnen

Von der Porta di Santa Maria del Mercato aus gelangt man zur majestätischen Treppe der Via Piaggia, in deren Mitte sich der Polentabrunnen befindet, an dem die historischen Veranstaltung in Kostümen aus dem 16. Jahrhundert stattfindet, in diesem Jahr bereits zum 36. Mal und damit ist sie die älteste historische Veranstaltung in der Provinz Ancona. Mit Kunstveranstaltungen, Bogenschießen und dem Palio der Stadtviertel wird an die Feiern des Jahres 1517 erinnert, nach dem fehlgeschlagenen Belagerungsversuch durch den Herzog von Urbino. Bei dieser Gelegenheit wird auch an die Geschichte des Polentabrunnens und die der Feigenkanone erinnert. Das Fest dauert 4 Tage und findet jährlich am dritten Wochenende des Monats Juli statt. Die Kostüme werden das ganze Jahr im Kostüm- und Trachtensaal gezeigt.

Ausflüge in die Umgebung

1 Gradara – Hauptstadt des Mittelalters

2 Mondavio – Meisterwerk der Militärarchitektur

3 Die Burgen von Arcevia – 9 Burgen, ein Sprung ins Mittelalter

4 Senigallia – Die Rocca Roveresca, eine Festung zwischen der Stadt und dem Meer

5 Fabriano – Papier- und Wasserzeichenmuseum

6 Archäologischer Park Römerstadt Suasa – Die antiken Wurzeln unseres Territoriums